Samstag, 26. Januar 2019

[REZENSION] Fauler Zauber - Diana Wynne Jones



Durch Verlinkungen & Nennungen kann Werbung enthalten sein. Die Links setze ich freiwillig, ohne dass ich etwas dafür gezahlt bekomme. Dieses Buch ist ein Rezensionsexemplar.

Klappentext


In ihrem humorvollen High-Fantasy-Roman erzählt die preisgekrönte britische Autorin Diana Wynne Jones, wie sich eine magische Welt als lukrative Geschäftsidee entpuppt.

Ausnahmslos alle – die Zauberer, Soldaten, Bauern, Drachen und Elfen – haben die Nase voll von Mr. Chesneys „Pilgerfahrten“. Jahr für Jahr fallen Touristengruppen aus der benachbarten Welt ein, um ein klassisches Fantasy-Abenteuer zu erleben – mit allem, was dazu gehört: bösen Magierinnen, gefährlichen Drachen und dem furchteinflößenden Dunklen Fürsten. Stets werden andere Bewohner des Reiches dazu auserwählt, diese Rollen zu übernehmen.
Aber dieses Jahr reicht es den Leuten. Mr. Chesney mag einen mächtigen Dämon an seiner Seite haben, doch ein Orakel weiß Rat. Nun ist es an Zauberer Derk und seiner Familie aus Menschen und Greifen, den Verwüstungen Einhalt zu gebieten und ihre Welt zu retten.

„Niemand erzählt so magische Geschichten wie Diana Wynne Jones.“ Neil Gaiman


Meinung

Hinter diesem Buch steckt eine witzige und sehr tolle Idee. Eine Fantasy - Welt, in die man aus unserer Welt reisen kann, um dort ein waschechtes Fantasy-Abenteuer zu erleben. Alles unter dem Begriff einer Pilgerreise, ausgerichtet von Mr. Chesney. 
Natürlich stellt sich schnell heraus, dass die Bewohner eben jener Welt es nicht gut heißen, und dass dieses Vergnügen die Reisenden unsummen kostet. Ich könnte mir vorstellen, viele von uns würden so eine Reise sehr gern mit machen und erleben, und es würden sicher sehr viele gar nicht wirklich darüber nachdenken, was für Folgen das ganze hat. Man bezahlt schließlich nur für ein bisschen Spaß, für ein Abenteuer. Aber im Verlauf des Buches kann man sehr deutlich sehen, was solche Reisen, solche Veranstaltungen in betreffender Welt alles für einen Schaden anrichten. 

Ich finde die Idee einer solchen Geschichte super. Es ist alles gut organisiert und schön ausgeklügelt. Logikfehler habe ich keine bemerkt, auch wenn ich mich durchaus gefragt habe, woher so viele Leute das Geld für diese Reise nehmen. Aber auch das ist sicher möglich.
Das Buch hat mir schon am Anfang direkt gefallen, durch den lockeren Schreibstil wurde ich direkt auf die Reise mitgenommen. Ich konnte mich schnell in die ganze Welt einfinden und schön entspannt und mit Spaß Lesen. 

Man sieht schnell, dass die Leute dort schon lange unter Chesney und seinen Pilgerreisen leiden, und dass sie alle eigentlich schon mehr als genug von ihm und seinen Touristengruppen haben, durch die ständig alles zerstört und verdreckt wird - und durch die es auch immer Tote gibt. Natürlich gibt es darüber auch Beschwerden und so muss endlich ein Plan her, die unliebsamen Touren und Mr. Chesney los zu werden. 

Tatsächlich ist es aber ein eher lustiges Buch, in dem es sehr witzig ist zu sehen, wie die Menschen alles organisieren und ablaufen lassen müssen, um alles so echt wie möglich zu halten, während wir immer den Blick hinter der Kulisse dieser Fantasygeschichte haben. Es ist enorm, was alles an Arbeit geleistet wird und zusätzlich sehr sehr witzig, auf was für Einfälle als Notlösungen für Fehlgeschlagene Attraktionen gekommen wird. Von den Pilgern selbst merkt man hauptsächlich nach etwas mehr als der Hälfte des Buches etwas. Vorher haben diese keine große Rolle gespielt, außer wenn für diese gerade wieder eine Attraktion lief. Den Großteil des Buches nahm dann aber doch Planung und Ablauf des ganzen Spektakels in Anspruch, was es aber keinesfalls langweilig machte. 
Zusätzlich lief natürlich auch im Kreise der Bewohner der Welt einiges ab, was hier für Spannung und Überraschung sorgt. Im Genre Fantasy braucht es eben auch Intrigen.


Kurz und Knapp

Insgesamt war es ein witziges und doch auch spannendes Buch mit tollen Charakteren, die ich sehr mag. Vor allem Derks Familienmitglieder, samt Tiere, sind sehr besondere und tolle Charaktere die einem richtig ans Herz wachsen. Wenn auch teilweise kurios, so wie auf eher beängstigende Art die Fleischfressenden Schafe, oder auf sehr lustige Art, die fliegenden Schweine. Denn der Hexenmeister Derk experimentiert sehr gern und erschafft so recht besondere Tiere, die auch in seiner Welt nicht unbedingt üblich sind. So hat er tatsächlich nicht nur Menschen sondern auch Greifenkinder. 

Eine Idee für Geschichte, Charaktere und Welt, auf die man erst mal kommen muss und die mir persönlich gut gefallen hat. An mancher Stelle hätte zwar durchaus auch etwas mehr das Gefühl nach Abenteuer aufkommen können, etwas mehr passieren, oder auch etwas mehr Spannung sein können, aber trotzdem passte es gut zu der Geschichte, da es hier ja tatsächlich gar nicht um ein Abenteuer ging, sondern um ganz anderes. 
Vorhergesehen, wie sie nun den Chesney los werden könnten, habe ich jedenfalls nicht und war somit wirklich überrascht, vor allem da ich mir wirklich etwas ganz anderes vorgestellt hatte, bevor ich dieses Buch gelesen hatte. Ja, vielleicht hatte ich es mir auch noch einen Tick witziger vorgestellt. Dennoch bin ich sehr zufrieden mit der Geschichte.


Daten zum Buch

Autor: Diana Wynne Jones
Verlag: Knaur.
Seiten: 480

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